Biografien

Mit unseren Biografien wollen wir den Lesern historische Persönlichkeiten, insbesondere des 19. Jahrhunderts, auf eine bislang nicht bekannte Art näher bringen.

 

Kennzeichen fast aller Biografien ist, dass ihre Verfasser sich mehr oder weniger intensiv mit dem Leben und Wirken der betreffenden Persönlichkeit auseinandersetzen und dann deren Leben von ihrer Warte aus beschreiben. Damit wird aber die Person, um die es geht, zum bloßen Objekt. Unser Ziel ist es dagegen, die historischen Persönlichkeiten als Subjekt lebendig werden zu lassen, sie nicht von Autoren gefiltert den Lesern darzustellen. Nach unserem Verständnis ist es Aufgabe eines Biografen, sich mit einer historischen Persönlichkeit umfassend zu beschäftigen und dann deren Leben und Wirken zu moderieren. Dabei hat er das, was die Person gesagt und getan hat, in den Gesamtkontext ihrer Zeit einzuordnen und aus ihrer Zeit heraus verständlich zu machen. Deshalb finden sich in unseren Biografien zahlreiche Zitate mit Angabe der Fundstellen. Der moderne, von uns gewünschte Leser will sich nicht nur selbst seine Meinung bilden können, sondern auch nachprüfen können, ob das, was er liest, richtig ist.

 

Dieses Herangehen an Biografien entspricht unserer Überzeugung, dass das Zeitalter der bloßen Vernunft vom Zeitalter des Verstandes als Einheit zwischen Gefühl und Vernunft abgelöst wird. Dazu gehört, dass Menschen nicht mehr Objekte sind, sondern auch nach ihrem Tod uns so gegenübertreten, wie sie waren. Dabei darf Geschichte nie rein rational und objektiv gesehen werden, sondern muss auch das seinerzeitige Denken und Fühlen der Menschen berücksichtigen, da Geschichte nur so wirklich verstanden werden kann. Darauf gestützt, ist es möglich, die Zukunft zu gestalten.

 

Einen Schwerpunkt unserer biografischen Arbeiten nimmt Richard Wagner ein, der wie kaum ein anderer für die Entwicklungen im 19. Jahrhundert und die Auswirkung auf die folgenden Epochen steht.

 

Im Jahr 2019 wird allerdings der 200. Geburtstag des Schriftstellers und Übersetzers Friedrich Bodenstedt stehen. Er verfolgte zeitlebens ein Ziel, das auch unser Anliegen ist: Länder und Kulturen auf Augenhöhe näher bringen, um sie zu verstehen, ohne aber die eigene Identität beeinträchtigen zu lassen oder sich gar von anderen Kulturen - wie in der Geschichte so oft geschehen - überrennen zu lassen. Zur menschlichen Wirklichkeit gehört die Vielfalt genauso wie das Recht auf die eigene uneingeschränkte kulturelle Identität.

Friedrich Bodenstedt - 

Eine Biografie anlässlich seines 200. Geburtstages

Der heute weitgehend vergessene Schriftsteller und Über-setzer Friedrich Bodenstedt war im 19. Jahrhundert ein Best-sellerautor. Allein sein Buch „Lieder des Mirza Schaffy“ brachte es bis zu seinem Tod 1892 auf 140 Auflagen, nicht mitgerechnet die Übersetzungen in zahlreiche Sprachen. Seine Übertragungen russischer, englischer und persischer Dichter ins Deutsche, vor allem der Werke Shakespeares, fin-den bis heute allgemeine Anerkennung. Die feinsinnige, bis dahin unerreichte Übersetzung der Sonette, hat den eng-lischen Dichter in Deutschland in weiten Kreisen bekannt gemacht. Mit seinen Reisebeschreibungen und literaturwis-senschaftlichen Werken hat Bodenstedt das Verständnis für die Menschen und die Literatur Russlands, aber auch des Orients nachhaltig gefördert. 

Anlässlich seines 200. Geburtstages am 22. April 2019 soll diese Biografie eine Einführung in sein Leben und Schaffen geben. 

Dieser konzentrierte Gesamtblick auf sein Leben zeigt, dass Bodenstedt zwar nie in der ersten Reihe stand, sich aber im-mer im Umfeld bedeutender Persönlichkeiten aufhielt und oft in epochale Ereignisse verwickelt war, ob in Moskau, im Kaukasus, in Rom und Wien, in München an den Höfen von Maximilian II. und Ludwig II., in Meiningen als Intendant zu Beginn der Theaterreformen von Herzog Georg II. oder in den USA, wo 1879/80 seine Reise zu einem Triumphzug bis hin zu einem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten im Weißen Haus wurde.

Preis:   5,80 €

ISBN:   978-3-929169-39-3

In Kürze auch als ebook erhältlich.